Blogparade: Schöne Kindheitserinnerungen

Ich habe hin und her überlegt, ob ich an dieser Blogparade von Mamaskind teilnehmen will. Es ist für mich die erste und das Thema gefällt mir sehr. Trotzdem musste ich überlegen, ob ich dazu überhaupt etwas schreiben kann. Würde ich meine Kindheit uneingeschränkt als schön bezeichnen? Sicherlich nicht. In den letzten Jahren war ich sehr damit beschäftigt, das ein oder andere Kindheitstrauma aus dem Kindergarten oder dem Krankenhaus aufzuarbeiten. Doch dazu kann ich sicherlich an anderer Stelle mal etwas schreiben. Denn insgesamt hatte ich durchaus eine schöne Kindheit. Ich musste nur erst wieder ein bisschen graben, weil ich mich in der letzten Zeit zu sehr auf die negativen Erfahrungen konzentriert habe. Dadurch war mein Blick auf mich als Kind immer trauriger geworden. Aber letztendlich ist es doch nur ein Schatten auf einer insgesamt schönen Kindheit.

Kinderbild 1Kommen wir nun also zu den schönen Erinnerungen. Ich erinnere mich zum Beispiel gern daran zurück, wie meine Mama mich in den Schlaf gesungen und mir dabei immer über die Stirn gestreichelt hat. Sie sang mit einer schönen hellen Stimme immer „Guten Abend, Gute Nacht“. Ich mochte es auch, wenn sie uns abends Geschichten vorlas. Meine Lieblingsgeschichte war „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“. Ich konnte mich jedes Mal darüber beömmeln, wie die Feuerwehrmänner sich nicht zählen konnten und fand den Namen Oma Eierschecke ebenfalls zum kringelich lachen. Ich glaube mein Papa hat nicht so gern vorgelesen und wir wollten auch lieber, dass Mama vorliest. Mein Papa brachte uns dafür mal ganz überraschend ein Meerschweinchen mit. Das war vielleicht eine Überraschung, auch für meine Mama, mit der das nämlich nicht abgesprochen war. Er baute auch einen riesigen Käfig dafür und von da an hatten wir jahrelang Meerschweinchen. Später kam noch ein Wellensittich dazu, den uns Nachbarn schenkten, weil sie ihn gewonnen hatten, aber nicht behalten wollten. Der war auch voll süß und man könnte einen eigenen Artikel mit Haustieranekdoten füllen.

Dann erinnere ich mich sehr gern an unseren Garten. Meine Schwester und ich durften sich jede ein eigenes Beet anlegen. Ich suchte mir damals Löwenmäulchen aus, weil ich die so hübsch fand und man mit ihnen spielen konnte – Maul auf, Maul zu, Maul auf, Maul zu. Meine Schwester hatte sich bunt gemischte Blumen ausgesucht und hinterher war ich ein bisschen neidisch, weil sie die schöneren Sträuße mache konnte. Wir hatten auch Freundinnen im Garten, mit denen wir stundenlang umherstreifen konnten. Wir holten uns Eis am Kiosk, spazierten zum Bach, wo man leicht auf einen Baum klettern konnKinderbild 2te, oder spielten bei ihnen im Garten. Sie hatten nämlich schon eine fertige Laube mit Kinderzimmer. Der Sommer war schon immer toll. Wir aßen dann zum Beispiel frisch geerntete Kartoffeln und Möhren mit Butter und Petersilie, die auf zwei Kochplatten zubereitet wurden. Einen Sommer lang gab es so viel Erdbeerkuchen, dass ich am Ende keine Erdbeeren mehr sehen konnte. Ich dachte, ich würde nie wieder welche essen.

Dann hatte ich eine Lieblingsoma, bei der wir oft übernachten durften. Sie machte Ausflüge mit uns in den Wald zum Pilze sammeln. Dazu kam meine Schwester vorn aufs Fahrrad und ich hinten. Meine Oma war schon echt cool. Morgens zum Frühstück kochte sie uns immer Schokosüppchen. Und sie hatte in ihrem Naschschrank immer diese roten Himbeerbonbons und die grünen Waldmeisterbonbons in Blattform. Wir bauten uns bei ihr Höhlen aus jeder Menge bunten Tüchern und ich durfte sogar noch abends lange fernsehen. Bei ihr lernte ich zum Beispiel die Serie „Drei Engel für Charlie“ kennen. In den Ferien gingen wir dann zusammen in eine Telefonzelle, um meinen Papa auf der Arbeit anzurufen. In der DDR gab es nämlich in den wenigsten Haushalten Telefon und so war telefonieren etwas ganz besonderes. Sie kaufte mir auch gern diesen niedlichen Kinderschmuck – Kinderringe und Ohrringe mit Marienkäfern.
Aus der Schule brachte ich dann mal einen Eintrag mit, in dem stand, dass ich in der Schule keinen Schmuck mehr tragen dürfe, weil ich zu viel damit herumspielen würde und abgelenkt sei. Okay, das ist keine schöne Erinnerung. Um abgelenkt zu sein, brauchte ich außerdem keine Ringe. Ich war eigentlich fast immer irgendwo anders mit meinen Gedanken.

Schön fand ich es auch, wenn ich mal meine Mama zur Arbeit begleiten konnte. Ich durfte dort an der Schreibmaschine schreiben. Überhaupt spielte ich damals gern feine Dame, wobei ich mich an meiner Mama orientierte, in ihre Schuhe schlüpfte, mir ihre Tasche schnappte und im Spiegel betrachtete. Ich fand es supertoll, wenn sie mir alte Unterlagen aus dem Büro zum spielen gab und ich sie in Heftern sortieren konnte. Ich spielte dann immer Büro.

Meine Lieblingsspiele waren: Büro, Schule und Detektivklub. Ich hatte mit meiner Schwester und ein oder zwei weiteren Kindern einen Detektivklub gegründet. Wir schnappten uns Notizblock und beobachteten und notierten alles, was unsere Aufmerksamkeit erregte. So notierten wir zum Beispiel Nummernschilder und beschrieben den Müll, der auf dem Fußboden lag. An einem Tag jedoch gab es mal eine wirklich gruselige Begegnung auf dem Friedhof. Von diesem wurden wir nämlich von einem Typen mit Messer verjagt. Wow, ich glaube ich bin noch nie so schnell gerannt und das Herz schlug mir bis zum Hals. Aber als Detektivin gerät man schon mal in gefährliche Situationen, oder? Keine Ahnung was das damals war. Es war schließlich hellichter Tag.

Es war auch schön, eine Schwester zu haben, mit der ich mir immer Geschichten ausdenken konnte. Durch sie war ich auch im Urlaub nie allein, wenn es zum Beispiel darum ging, die Gegend zu erkunden oder etwas zu spielen. Urlaub war sowieso immer ein Highlight, ganz egal wohin es ging. Kinderbild 3

Wenn es darum geht, schöne Erinnerungen für das Lieblingskind zu schaffen, glaube ich, dass es auch heute noch so ist, dass Urlaub und Ausflüge grundsätzlich besondere Highlights sind und diese auch beim ihm als schöne Erinnerungen hängen bleiben werden. Genauso wie Kindergeburtstage und Feste. Hinzu kommen dann hoffentlich viele kleine schöne Erinnerungen aus dem Alltag, sowohl mit der Familie als auch mit Freunden aus der Kita und später Schule.

Ich selbst erinnere mich schon jetzt gern an viele kleine Dinge mit dem Lieblingskind, wie:

  • zusammen schöne Sachen basteln
  • gemeinsam backen
  • bei Regen gemütlich im Bett Hörbuch hören, Pflaumen essen und zuschauen, wie der Regen an den Fensterscheiben runterrinnt
  • gemeinsame Fußbäder, wenn wir nass und durchgefroren nach Hause kamen – seine kleinen Füßchen passen ja noch locker mit in die Schüssel
  • abends nach dem Sandmännchen mit Büchern zusammenkuscheln und das Lieblingskind ebenso in den Schlaf streicheln, wie ich es damals genossen habe
  • witzige Fotostreifen in Automaten machen, die jetzt unseren Kühlschrank zieren
  • Ziegen füttern
  • Stockbrot machen
  • Spazieren gehen und lauter Steine und Stöcker mit nach Hause bringen
  • Freunde treffen
  • Picknicken
  • und und und.

Was am Ende aber später die schönsten Erinnerungen für das Lieblingskind sein werden, kann es dann nur selbst erzählen, wobei von den ersten Jahren ja meist nicht viel hängen bleibt. Mit Sicherheit wird aber ein Gefühl hängen bleiben und ich wünsche mir, dass es ein Gefühl von Geborgenheit ist.

Was waren denn eure schönsten Kindheitserinnerungen? Ich würde mich über die ein oder andere Anekdote in den Kommentaren freuen.

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3 Gedanken zu “Blogparade: Schöne Kindheitserinnerungen

  1. Hallo Sabrina,
    danke für deine veröffentlichten Knidheitserinnerungen. 🙂
    Manche Sachen erinnerten mich auch an meine Kindheit: die Marienkäfer-Ohrringe! Und ich hoffe auch, dass unsere Söhne den Garten lieben werden, den wir vor ein paar Monaten gekauft haben. Ich bin wirklich gespannt, wie unsere Kinder da später sehen werden. 🙂
    Liebe Grüße
    Sarah

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