WMDEDGT – Tagebuchbloggen im Juli 2016

Heute ist wieder der 5. eines Monats, Zeit zum Tagebuchbloggen, denn wie immer ist das der Tag, an dem Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Der Tag beginnt um 6 Uhr mit dem Weckerklingeln. Wie immer in den letzten Wochen starte ich mit einem Zitronenwasser und dem Sonnengruß in den Tag. Ganz müde und wackelig fühle ich mich trotzdem, da ich erst sehr spät ins Bett gekommen bin. Ich wollte gestern abend unbedingt noch das Bad putzen, nachdem ich es am Wochenende nicht geschafft hatte und dann quatschte ich noch mit dem Lieblingsmann bis spät in die Nacht hinein. Also startet der Tag ganz ruhig. Mit der Ruhe ist es jedoch vorbei, als das Lieblingskind aufwacht und sofort seine Wünsche anmeldet. Es möchte am liebsten jeden Morgen erst mal mit uns spielen. Das schaffen wir aber selten und ich will es auch nicht.

In dieser Woche ist es noch ein wenig stressiger, da ich eine Projektwoche mit einer neunten Klasse zum Thema Rechtskunde habe und immer sehr früh los muss. Die Klasse diesmal ist toll. Das komplette Gegenteil zur letzten Projektwoche mit einer regelrechten Chaosklasse. Ich hatte es ehrlich noch nie vorher erlebt, dass so viele Menschen in einer Gruppe so gar nicht zuhören können. Ich hatte selten auch nur einen Satz beenden dürfen. Wenn ich etwas erklären wollte, gingen sofort die Arme hoch oder es wurde reingerufen oder gequatscht. Es gab keinerlei Vertrauen, dass alle die Fragen, die sie mir noch vor der eigentlichen Ausführung stellten, ohnehin beantwortet wären, hätten sie mich erst einmal reden lassen. Am Ende war ich regelrecht fasziniert und bat sie auch tatsächlich darum, doch einmal darauf zu vertrauen, dass alle die Infos, die sie brauchen, jetzt kommen würden und wenn doch noch etwas offen ist, sie dies anschließend erfragen können. Es war hoffnungslos. Schon beim nächsten Ansatz, wurde ich sofort wieder unterbrochen. WOW!
Die Klasse, die ich jetzt habe, ist dagegen sehr ruhig und auch wesentlich kleiner. Sie wirken allerdings auch alle sehr schüchtern und die Leher*innen erzählen auch gern mal das ein oder andere Schicksal.

gefühlter GewaltstrahlHeute hatte ich jedoch wenig zu erzählen, da der Tag vom Präventionsbeauftragten der Polizei durchgeführt wurde. Es handelte sich um eine Anti-Gewalt-Veranstaltung, in der es darum ging, wie man sich in gefährlichen Situationen richtig verhält und es wurden Situationen für mehr Zivilcourage durchgespielt. Nebenbei kommen immer ein paar spannende Beispiele und auch die Aufklärung darüber, wie teuer bestimmte Straftaten sind, wer schadensersatzpflichtig ist, etc. Generell mag ich diese Projektwoche und finde es wichtig, sich ein bisschen im Strafrecht und Zivilrecht auszukennen. Was die Pädagogik angeht, bin ich jedoch häufig zwiegespalten. Es gibt da durchaus noch gruselige Paragraphen zum Thema Pflichten der Kinder in der Familie, die dann schon mal ein schönes Erpressungsmittel darstellen und den Eltern das Gefühl geben, sie haben jedes Recht dazu, ihr Kind zum Mitarbeiten im Haushalt oder der Firma zu zwingen, weil sie es per Gesetzgebung haben, natürlich nur in einem „angemessenen Rahmen“. Als Pädagogin und Mutter finde ich das schrecklich, weil die Eltern-Kind-Beziehung dabei natürlich überhaupt keine Rolle spielt. Und welche Beziehung wird wohl gut funktionieren, wenn die Eltern auf bestimmte Dienste im Haushalt bestehen, weil es im BGB steht und sie das Kind bei Verweigerung vor Gericht zerren könnten? Was für eine abstruse Vorstellung!

Dass Kinder im Haushalt helfen, sollte eher natürlich wachsen, wie alles andere, was sie lernen, auch. Das heißt nicht, dass sie zu einer von uns festgelegten Zeit und einer von uns festgelegten Dauer bestimmte Dienste abzuleisten haben. Es wird doch eher durch Vorleben und eine gute Beziehung dazu kommen, dass das Kind ebenso bestimmte Dinge im Haushalt mit erledigt. Es sollte auch nicht einfach als Hilfe und Gegenleistung für Kost und Logis angesehen werden, denn es hat uns nicht darum gebeten auf die Welt zu kommen und uns dann zu Diensten zu sein. Da Kinder grundsätzlich kooperieren und uns ebenso lieben, wie wir sie, können wir darauf vertrauen, dass sie ohnehin mitmachen wollen. Und das wird nicht immer dann sein, wenn wir es einfordern. Aber ich schweife ab, es sollte ja ein Tagebuchblogeintrag werden.

Den Vormittag verbrachte ich also mit einer tollen Klasse und einer Anti-Gewalt-Veranstaltung. Auf der Fahrt nach Hause las ich wieder im Unerzogenleben-Blog. Da wir sehr ähnlich denken, unser Kind nicht dressieren und respektvoll behandeln wollen, finde ich die Artikel des Blogs gerade sehr inspirierend und hilfreich. Ich finde es immer wieder beeindruckend wie einfach und einleuchtend die Hinweise klingen und wie schwierig es im Alltag ist, nicht doch hin und wieder in einen kleinen Machtkampf zu geraten. Wir lernen jeden Tag dazu, wir wachsen gemeinsam und sind einfach in Beziehung.

Am Nachmittag aß ich dann erst mal eine Kleinigkeit und hörte dazu ein lustiges Hörbuch. Pause muss einfach sein! Dann war wieder etwas Haushalt dran. Es nimmt kein Ende. Und dann holte ich das Lieblingskind aus der Kita ab. Seit Sonntag planen wir zusammen „Pralinen“ zu machen. Ich habe ein ganz einfaches Rezept für Kokos-Mandel-Pralinen à la Raffaelo gefunden, die ich mit dem Lieblingskind gestern nach der Kita schon machen wollte. Es freute sich beim Abholen sofort darauf und erzählte es allen Freunden. Dann spielte es weiter, zehn Minuten später das Gleiche noch mal und das zog sich dann so lange hin, dass wir gestern tatsächlich erst nach einer Stunde loskamen. Für Pralinen war da natürlich keine Zeit mehr. Heute war es genauso. Wir blieben zwar nicht noch eine Stunde in der Kita. Aber das Lieblingskind wurde auf dem Heimweg so müde, dass es doch keine Pralinen mehr machen und stattdessen lieber Pippi Langstrumpf kucken wollte. Es sagte, ich kann doch Pippi Langstrumpf kucken und du machst die Pralinen. Am Ende schauten wir dann erst einmal gemütlich auf dem Sofa zusammengekuschelt Pippi Langstrumpf. Schließlich muss ich ihn dabei ja noch vor den Piraten beschützen, die ja wLavendelohl „voll blöd“ sind (O-Ton Lieblingskind). Dazu gab es für mich leckere Wassermelone. Das Lieblingskind kann das noch nicht gleichzeitig und das ist auch besser so. Während bei Pippis Piraten die Kanonen donnerten, donnerte es auch hier heftig. Es gewitterte und ich versuchte ein Bild vom strömenden Regen im Sonnenschein vom Balkon aus zu machen. Der Regen ist auf keinem Bild zu erkennen.

Danach fing ich an alles für die Pralinen zusammenzusuchen. Das Kokosmus war noch zu hart, sodass ich sie erst machen werde, wenn dieser Beitrag hier geschrieben ist. Wir puzzelten dann zusammen ein paar Piratenpuzzle und hörten Lauras Stern.

Zum Abendessen gab es Kichererbsennudeln mit Tomatensauce. Also Kichererbsennudeln sind echt ein Witz. Nachdem sie gekocht sind, sieht man kaum noch eine einzige Nudel. Sie zerbröseln einfach, sodass man am Ende Brösel mit Tomatensauce isst. Geschmeckt hat es trotzdem. Das Lieblingskind aß jedoch lieber Joghurt. Im Anschluss half ich ihm, sich bettfertig zu machen und wir schauten das Sandmännchen. Da ich Paula und Paula nicht mag, hatte ich seit Sonntag immer die Folge vom Vortag geladen. Yeay. Rasmus Rotbart und Kalli mag ich nämlich ganz gern.

Nun schlafen meine beiden Lieblingsmenschen neben mir auf der Couch, während ich das schreibe. Das fühlt sich gemütlich und geborgen an.

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